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28.05.2018

Wir suchen Sie! - Das Projekt Landgewinn startet im Kreis Schleswig-Flensburg

Empowerment von Zugewanderten im ländlichen Raum - Ein Projekt der AWO Schleswig-Hostein

Beschreibung des Modellprojekts "Landgewinn – Empowerment von Zugewanderten in ländlichen Räumen"

Zentrales Ziel von Landgewinn ist es, Zugewanderte in ländlichen Räumen darin zu unterstützen, sich über die möglichen politischen und gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten in ihrer Region sowie über ihre eigenen Ressourcen bewusst zu werden, und diese Möglichkeiten und Mittel so auszuschöpfen, dass ihre Mündigkeit gestärkt wird, sie selbstbestimmt leben können und als gleichwertige, demokratische Subjekte in der Gesamtgesellschaft anerkannt werden und an partizipativen Entscheidungsprozessen teilnehmen können. Es wird sich zeigen, dass besonders im ländlichen Raum in Schleswig-Holstein MigrantInnen von der politischen Teilhabe isoliert sind, da sie z. B. die zivilgesellschaftlichen Strukturen nicht kennen, weniger mobil sind oder von der Gesellschaft nicht beteiligt werden, weil sie sie als nicht gleichberechtigte Subjekte anerkennt. Diese Erkenntnisse lassen sich ohne Weiteres auf andere Träger transferieren, denn obwohl z. B. MigrantInnen und Kinder und Jugendliche unterschiedliche soziale Akteure darstellen, ist der Zugang zu denkbaren Partizipationsmöglichkeiten für sie aufgrund der beispielhaft genannten Umstände in ländlichen Räumen deutlich begrenzter als in urbanen Räumen.

In der Durchführung des Modellprojekts sind zwei Prozesse von zentraler Bedeutung. Einerseits wird direkt auf die MigrantInnen eingegangen, um ihnen denkbare Teilhabemöglichkeiten an gesellschaftlichen und politischen Prozessen aufzuzeigen und sie darin zu unterstützen, sich über ihre Ressourcen bewusst zu werden. Dadurch wird der Prozess der Selbstbemächtigung eingeleitet. Andererseits wird die Mehrheitsgesellschaft in Verantwortung genommen und für das Thema sensibilisiert. Die Mehrheitsgesellschaft und die Zuwanderer werden dabei als gleich starke Pole angesehen, die im Rahmen von Landgewinn zusammengeführt werden, um ein pluralistisches und demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Zur Erreichung der genannten Ziele wird mit unterschiedlichen Vereinen und Organisationen zusammengearbeitet, wie z. B. mit Demokratie e. V.

Das Mentoring-Programm wird eine zentrale Methodik darstellen, in dessen Rahmen MigrantInnen zivilgesellschaftliche Strukturen in ihrem Umfeld kennenlernen, einen Überblick über die Arbeit von Vereinen, Organisationen und politischen Parteien in ihrer Region erhalten und in Kontakt mit den AkteurInnen dieser Institutionen stehen. MigrantInnen gehen dabei eine zeitlich befristete Partnerschaft mit KommunalpolitikerInnen ein. Außerdem werden Begleitseminare für die TeilnehmerInnen des Mentoring-Programms veranstaltet, in denen sie mehr Wissen über das politische System Deutschlands sowie über das Zusammenleben und politische Teilhabe in einer Demokratie erlangen. Zusätzlich können sich die MigrantInnen in regelmäßig stattfindende regionale Vernetzungstreffen ein Netzwerk aufbauen. Außerdem wird eine Onlineplattform erstellt, um den überregionalen Austausch über Beteiligungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Der Innovationsgehalt von Landgewinn ist hierbei die Konzentration auf die ländlichen Räume. Während bezüglich des Empowerment von MigrantInnen im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe in urbanen Räumen Modellprojekte existieren, ist das Thema in ländlichen Räumen nur marginal behandelt worden.

Dokument anzeigen: Landgewinn_SL-Fl
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